INKLUSIONSKLASSE


Seit dem Schuljahr 2012/2013 gibt es auch an der Käfertalschule eine „inklusive“ Klasse, in der Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Im Schuljahr 2016/17 startete das Lehrerteam in der Klasse 1 a in seinen zweiten Durchgang.


Hierbei wurde das Prinzip der „Gruppeninklusion“ gewählt, so dass mehrere Schüler mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen in der Klasse gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Mitschülern beschult werden.


Das bietet den Vorteil, dass jeden Tag ein Lehrerteam – bestehend aus mindestens einer Grundschullehrerin und einer Sonderschullehrerin – in der Klasse mit den Schülern arbeitet.


Alle Schüler sind Grundschüler und werden gemeinsam unterrichtet und je nach ihrem Bedarf gefördert. Die Ziele der Klasse entsprechen dem Grundschullehrplan. Dabei ist es wichtig, dass alle Schüler verschieden sind. Unterschiede gibt es im Alter und Geschlecht, in der Nationalität, der Religion sowie den Interessen und Fähigkeiten.

 

Innerhalb der Klasse wird mit Hilfe von entsprechenden Unterrichtsmethoden individuelle Förderung ermöglicht, so dass jeder

  • in seinem eigenen Tempo
  • auf individuellem Niveau
  • nach eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten lernt.

So gibt es immer wieder Unterrichtssituationen, in denen die Schüler unterschiedliche Aufgaben zum gleichen Lerninhalt in individuellem Tempo bewältigen. Im Fach Deutsch z.B.

  • zur gleichen Zeit den Buchstaben der Woche kneten
  • Wörter mit dem Buchstaben der Woche schreiben
  • in der Fibel Wörter/Sätze mit dem Buchstaben d.W. lesen oder vorgelesen bekommen
  • Spiele mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zu dem Buchstaben d.W. spielen (z.B. Memory mit Wort- und Bildpaaren und für einige Schüler mit Inklusionsbedarf Memory mit Buchstaben-paaren M-M oder M-m)
  • Lese-Mal-Blätter

Dabei bildet der Grundschullehrplan die Basis für die Inhalte des Lernens. Dies gilt für die Grundschüler mit und ohne Inklusionsbedarf.


Teilweise gilt für die Inklusionsschüler ein anderer Bildungsplan, so dass diese z.B.
- handlungsbezogene Aufgabenstellungen bearbeiten (Buchstaben oder Zahlen kneten, fühlen, in Sand schreiben, stempeln, kleine und große Magnetbuchstaben zuordnen etc.)
- reduzierte Arbeitsumfänge erhalten
- an einem geringeren Schwierigkeitsgrad arbeiten
(z.B. nicht alle Buchstaben in der gleichen Zeit erarbeiten, Gegenstände abzählen statt Rechenaufgaben im Kopf zu lösen oder aufzuschreiben)

 

Dies betrifft die Grundschüler jedoch nicht, da diese zur gleichen Zeit allein oder mit Partner bzw. einer Gruppe an ihren Aufgaben arbeiten. Diese teilweise individualisierten Aufgaben unterscheiden sich auch bei den Grundschülern je nach Arbeitstempo und eigenen Fähigkeiten. Entdeckendes und aktiv handelndes Lernen kommt dagegen allen Schülern zu Gute und verstehen wir an der Käfertalschule als Unterrichtsprinzip.

 

Doch auch die Stärkung der Klassengemeinschaft sowie des Bewusstsein, dass wir alle gleich viel wert, individuell begabt und dennoch verschieden sind, ist ein tägliches Lernziel.